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Warum soll ich eine Selbsthilfegruppe besuchen?

Als ich begann (beginnen musste), …….mich mit meinem Thema der "Sucht" ernsthaft zu beschäftigen,
stellte sich für mich unter anderem die Frage: 

"Besuche ich Selbsthilfegruppen, ja oder nein?? 
Welche wäre überhaupt die Richtige?? und …..Wie fange ich an usw." 

Ich setzte mich mit Therapeuten, Mitbetroffenen, Freunden und Bekannten auseinander…….
und bekam auch die verschiedensten Antworten. 

Der Tenor jedoch war immer gleich: "Selbsthilfegruppen seien wichtig."

Aber was wissen "die" denn schon? 
Und viele Abwehrmechanismen setzten ein, 
wie zum Beispiel: 
DIE reden da doch nur die ganze Zeit über Suchtprobleme,
DIE sind sowieso alle bescheuert, jedes Mal dasselbe......... 
DAS kann ich mir auf die Dauer nicht "reinziehen",
DAS schaffe ich auch ohne 
(das ist wohl das beliebteste Argument) 

WAS wollen "DIE" eigentlich von mir, außerdem (mal ehrlich)
hatte ich auch ein bisschen Angst, und, und, und so weiter !!!
MANN kann die Liste wohl noch endlos fortsetzen.......
(Vielleicht....lieber Leser erkennst du dich hier ein wenig wieder?) 

Trotz allem machte ich mich auf die Suche, und siehe da, ich hatte Recht. 

Meine Angst hatte ich zwar überwunden, 
aber ,,DIE" redeten wirklich über Sucht und .."DIE" meisten waren auch bescheuert. 
Doch etwas machte mich unsicher. 

Das war : "DIE" führten aber alle ein abstinentes Leben !!!!

Warum? 
Könnte die Auseinandersetzung mit der Sucht und der Besuch von Selbsthilfegruppen doch so hilfreich für ein neues, trockenes Leben sein?

Heute bin ich mir sicher, es ist nicht nur hilfreich, sondern für mich unbedingt notwendig.

Aber wie finde ich nun die richtige Gruppe für mich. 
Zuerst dachte ich mir: 
Versuch es noch einmal 
und dann noch einmal und noch einmal. 
Dann wurde mir langsam klar, Ich bekomme keine/meine 100% !!!!
(Vermeidung und Ablehnung durch übergroße Forderungen, Bedingungen!!)

Muss ich alles an der Gruppe toll finden? 
Muss ich jeden nett finden? 
Es ist doch im "wirklichen Leben" auch nicht so. 
(Manch einer mag hier eine Parallele zu seinem eigenen Suchtverhalten finden) - 
(Ja, ja, lass es nur zu………….. es könnte etwas Wahres dran sein)

Ich erkannte für mich, dass es wichtig ist, über meine Sorgen und Ängste, meine Wut und Aggressionen, meine Freude, aber auch Trauer zu reden. 
Und ich suchte immer noch.
Plötzlich erkannte ich, es müssen keine 100% sein. 
Ich traf in einer Gruppe auch den einen oder anderen bei dem/der ich mich wohl fühlte. 
Sie hörten mir zu (nicht alle), 
ich bekam Rückmeldungen (nicht von allen), 
ich konnte aus den Erzählungen von anderen (nicht von jedem) und für mich Stücke herausziehen, 
ich konnte auch einfach nur, "da" sein, und für mich neue Gedanken fassen ……
und ich konnte auch offen über mich reden, weil ich merkte: Wir haben alle das gleiche Problem!!

Keiner war schön, keiner war hässlich, 
keiner war arm, keiner war reich, 
keiner war dumm, keiner war schlau, 
NEE wir waren alle einfach nur krank, einfach nur suchtkrank. 

Wir hatten alle nur ein Ziel- abstinent zu leben und uns gegenseitig dabei zu helfen. 
Auf einmal brauchte ich keine gaaaaaaanz tollen Menschen mehr um mich herum. 
Sie mussten nicht alle gaaaaanz nett sein. 
Sie mussten kein gaaaaaanz großes Vorbild für mich sein. 
NEE, sie mussten einfach nur da sein. 

Ich fühlte mich wohl.
Ich fühlte mich fast als normaler Mensch - mit Schwächen und Stärken, aber ich war und bin suchtkrank!

Darum besuche ich MEINE Gruppe, die mich respektiert, mich wahrnimmt und mir schmeichelt …
und…mir "Saures" gibt, mir niemals nach dem Munde redet und dasselbe von mir erwartet!

Dadurch werde ich gestärkt und oft auch bestärkt in meinem Handeln und Denken, welches ich wiederum
der Gruppe zukommen lasse- indem ich sie regelmäßig und pünktlich besuche!

Deshalb hält mich kein Europa-Pokal, kein Kegeln und keine Grillparty davon ab - denn ich erhalte dort
Schutz, Kraft und Stehvermögen - für die nächsten 7 Tage !!

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Zuletzt aktualisiert am: 05.10.2016




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